Alle Kommunen wollen Gäste. Mehr Gäste, touristischer Hotspot sein. Ist das so? Ich denke ja, jedenfalls erscheint die Steigerung der Attraktivität für die Gäste sehr oft auf den vorderen Rängen der Zielplanung. Bevor jedoch ein Marketingkonzept entsteht oder günstigstenfalls gemeinsam erarbeitet wird, möchte ich eine grundsätzliche Frage klären. Städte sind in erster Linie dazu da, ihren Bewohnern ein angenehmes und sicheres Leben zu ermöglichen. Das ist kommunale Aufgabe. Müllabfuhr, ÖPNV, Grünanlagenpflege, Kinderbetreuung und viele Aufgaben mehr sind da zu bewältigen. Der Wunsch, touristisch attraktiv zu sein und von möglichst vielen Gästen besucht zu werden, ist verständlich. Für mich als leidenschaftliche Stadtmarketing-Frau noch viel mehr. Aber dennoch frage ich stets zuerst: Wenn wir alle Prozesse strategisch richtig angehen und die Stadt als Tourismusmagnet aufbauen können, was ist dann? Steigert der Besuch der Gäste die Lebensqualität der „Ureinwohner“? Bringt der Tourismus den gewünschten Effekt? Falls nicht, wird es ein Fiasko. Denn dann werden die Gäste, egal, wie viel Geld sie in der Stadt lassen, als Störenfriede gesehen und massiv ignoriert – oder schlimmstenfalls bekämpft, wie jetzt in Südeuropa teilweise extrem zu beobachten.

https://www.welt.de/reise/article167309889/Geht-nach-Hause-Spanier-verlieren-Geduld-mit-Touristen.html

Daher bitte ich immer zuerst um eine ehrliche Eigenanalyse: Sind die zu erwartenden Effekte durch Touristen so, dass die Lebensqualität der Einwohner mindestens gleich bleibt?

Kontakt
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok